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Eine Welt für alle

Schutz des Klimas und der Umwelt! – Ich denke, man findet bei uns kaum Menschen, die diesem Ziel nicht sogleich zustimmen würden, v. a. nach dem letzten heißen Sommer oder einem April 2019, in dem in Teilen Bayerns Waldbrandstufe 4 von 5 herrscht. Greta Thunberg und die von ihr initiierte Bewegung „Fridays for Future“ oder das erfolgreiche Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ haben in den letzten Monaten stark mit dazu beigetragen, dass sich immer mehr Leute für Umwelt- und Klimafragen interessieren und Maßnahmen zu deren Schutz ergreifen möchten. Und doch kennen wir alle auch die Diskrepanz zwischen dem, wovon wir wissen oder ahnen, dass es für Umwelt und Klima gut wäre, und dem, was wir, auch in der alltäglichen Hektik, tatsächlich tun. So steigen wir ins Auto statt aufs Rad, obwohl die Distanz bewältigbar wäre, so nehmen wir das Flugzeug, obwohl man auch mit dem Zug in annehmbarer Zeit ans Ziel gekommen wäre, so greifen wir im Februar im Supermarkt zu Erdbeeren oder Blumen, obwohl wir eigentlich ganz genau wissen, dass diese sicher nicht aus der Region stammen können…

Der im Schuljahr 2018/2019 neu gegründete Arbeitskreis „Eine Welt für alle“ hat es sich u. a. zum Ziel gesetzt, auf diese Widersprüche aufmerksam zu machen, Informationen zusammenzustellen und konkrete, alternative Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und im Alltag zu verankern. Da Umweltverschmutzung und Klimawandel nicht an den Grenzen Bayerns, Deutschlands oder Europas Halt machen, sondern eine Verbesserung im Grunde nur global erreicht werden kann, ist das Themenspektrum des Arbeitskreises allerdings viel breiter aufgestellt. Während vielen zumindest grundsätzlich klar ist, dass Autofahrten und Flugreisen dem Klima schaden, dringt z.B. erst allmählich ins öffentliche Bewusstsein vor, dass in vielen Fertigprodukten Palmöl verarbeitet ist, dessen Anbau wiederum eine der Hauptursachen für die massive Abholzung des Regenwaldes ist und auch die Lebensgrundlage für Kleinbauern vor Ort zerstört. Umwelt- und Klimaschutz ist daher verbunden mit nachhaltigem Konsum und fairem Handel, denn Bauern, die in Kooperativen zusammengeschlossen einen angemessenen Lohn für ihre Arbeit auf Kakao-, Kaffee- oder Bananenplantagen erhalten, können sich um ihre Lebensgrundlage sorgen und sind eher bereit, in biologische Anbauweisen zu investieren. Eine große Rolle spielt in diesem Zusammenhang natürlich auch Bildung, die für viele Kinder in der sog. „Dritten Welt“ immer noch Luxus ist. Fehlende wirtschaftliche Perspektiven und die zunehmenden Folgen des Klimawandels wie Dürren sind dann auch Gründe dafür, weshalb sich viele aus Afrika oder Asien auf den Weg nach Europa, dem vermeintlichen Paradies, machen.  

Konkret haben die Teilnehmer*innen des Arbeitskreises heuer drei Projekte in Angriffe angenommen: Zum einen haben wir gemeinsam mit der SMV initiiert, dass bei der Nikolausaktion nur faire Bio-Schoko-Nikoläuse verkauft wurden. An unserem Stand beim Weihnachtsbasar konnte man sich über den Anbau „fairer“ Bananen und Kakaobohnen im Vergleich zu konventionellen informieren und faire Bioprodukte wie z. B. selbst gemachte Bananenkekse oder unseren hauseigenen Schulhonig von der Imkergruppe um Hubert Schiller erwerben. Das zweite Projekt bestand in der Vorstellung einer möglichen Partnerschule in Uganda. „Hoffnung durch Musik“ ist das Motto der von Joseph Wasswa in Masaka gegründeten „International School of Music, Languages und Studio Production“. Momentan können dort ca. 800 bedürftige Schüler*innen Fremdsprachen lernen, Computerkurse besuchen oder Musikunterricht genießen. Damit die Schule weiter existieren, die Ausstattung verbessert und den Jugendlichen in Afrika eine Zukunftsperspektive geboten werden kann, haben wir am Korbinian-Aigner-Gymnasium zum zweiten Mal eine Sammlung veranstaltet und Joseph Wasswa in Zusammenarbeit mit Dr. Christoph Lehner zu einer Vorstellung seiner Schule eingeladen. Das dritte Projekt widmet sich konkreten Handlungsweisen, mit denen ein jeder von uns Klima und Umwelt schützen kann. Dazu soll u. a. ein Experte von außen zu den Projekttagen am Schuljahresende geladen werden. Genaueres stand bei Redaktionsschluss des Jahresberichts noch nicht fest.

Diese drei Projekte sind sicher nicht die Welt, können aber ein Anfang sein, denn „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Angesicht der Erde verändern.“ (afrikanisches Sprichwort und Motto des Passionsgottesdienstes für die 7. und 8. Klassen, in dem auch das Uganda-Projekt präsentiert wurde).

P.S.: Unser Arbeitskreis könnte noch „viele kleine Leute“ gebrauchen!  

Roswitha Schmidt und Michaela Bleicher

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