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Latein als erste (L1) oder zweite (L2) Fremdsprache?

Das Korbinian-Aigner-Gymnasium Erding bietet als einziges Gymnasium im Landkreis das Fach Latein schon ab der 5. Jahrgangsstufe an. Wir möchten Ihnen einige Argumente für Latein als 1. Fremdsprache an die Hand geben.

Viele Eltern heutzutage sind sehr darauf fokussiert, dass ihre Kinder möglichst frühzeitig und möglichst gut Englisch lernen. Darum kommt Latein in Klasse 5 und damit eine Verschiebung des Beginns des Englischunterrichts auf die Klasse 6 für sie überhaupt nicht in Betracht. Argumentiert wird stets damit, dass Englisch ja schon in den Klassen 3 und 4 der Grundschule unterrichtet werde und eine Unterbrechung dieses so wichtigen Faches kontraproduktiv sei. Diese Überlegungen sind nicht falsch, es ist jedoch Folgendes zu bedenken:

Die Vermittlung von Englisch in der Grundschule geschieht auf sehr spielerische Weise und das, was an wirklichem Wissen und Können erreicht wird, haben Gymnasialkinder innerhalb von 2 bis 3 Monaten gelernt. Es wird kaum etwas unterbrochen, die Lernprogression im Unterricht des Gymnasiums schreitet um ein Vielfaches schneller voran. L1-Schüler, die in Sprachen begabt sind, im Unterricht mitarbeiten und zu Hause so arbeiten, wie es am Gymnasium erwartet wird, können die Schule mit sehr soliden Englischkenntnissen verlassen.

Demgegenüber bietet das Fach Latein und insbesondere das grundständige Latein (L1) einige Vorteile für das Lernen und die Bildung Ihres Kindes.

  • Beim Übersetzen lateinischer Sätze wird intensiv auch an der deutschen Sprache gearbeitet. Wie lautet die korrekte Grammatik? Wer findet den treffendsten deutschen Ausdruck, die gelungenste Formulierung? Lateinschüler können eine Souveränität im Umgang mit der Muttersprache erwerben, die ihnen auch in allen anderen Fächern sowie im ganzen Leben hilft!
  • Wer in Latein erfolgreich sein will, muss ganz regelmäßig und kontinuierlich mitarbeiten und lernen. So wird eine Arbeitshaltung vermittelt, die für den Erfolg am Gymnasium insgesamt unerlässlich ist.
  • Latein als Wurzel der romanischen Sprachen vermittelt ein Wortschatzwissen, das es ermöglicht, sich viele Wörter herzuleiten. Das spätere Erlernen von Italienisch, Französisch oder Spanisch wird erheblich erleichtert. Aber auch unzählige deutsche Fremdwörter, die zum Wortschatz eines Abiturienten selbstverständlich dazugehören sollten und auch sehr viele englische Wörter lassen sich auf lateinische Ursprungswörter zurückführen. Der moderne Lateinunterricht enthält immer wieder Übungen, um diese Wortverwandtschaften zu thematisieren und sorgt so für ein vernetztes Lernen.
  • Aber auch die Schülerinnen und Schüler, die sich später nicht für den sprachlichen, sondern für den mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig entscheiden, profitieren von Latein. Denn Latein mit seiner Logik und Struktur übt intensiv das sogenannte analytische Denken ein. Einen langen, unübersichtlichen lateinischen Satz Stück für Stück zu entschlüsseln ist durchaus vergleichbar damit, eine komplexe Aufgabe in der Mathematik zu lösen. Beides verlangt ein solides Grundwissen, aber auch eine klare, strukturierte Vorgehensweise, um zum Ziel zu gelangen.
  • Man könnte sagen, Englisch dient der Ausbildung, da es für viele Berufe in Wirtschaft und Wissenschaft als Kommunikationssprache vorausgesetzt wird. Latein dagegen dient der Bildung, und zwar der schon erwähnten sprachlichen und analytischen Bildung ebenso wie der Allgemeinbildung und der persönlichen Charakterbildung. Wie viele Redensarten, Fachbegriffe, Theaterstücke, Kunstwerke, Bauwerke, Meisterwerke der Literatur sind ohne ein fundamentales Wissen um die Antike gar nicht verstehbar! Die Vermittlung solchen Wissens beginnt in Klasse 5 (L1) oder 6 (L2) mit den Gladiatorenkämpfen, den Thermen und den griechisch-römischen Mythen und geht dann in den höheren Jahrgangsstufen weiter mit Themen wie z. B. Recht und Gerechtigkeit, Wege zu einem glücklichen Leben, Anforderungen an gute Politiker, gute und stabile Staatsformen, aber auch die Liebe, um nur einige zu nennen. Damit bietet der Lateinunterricht weit mehr als nur formale Bildung.
  • Die Schüler, die in Klasse 5 mit Latein beginnen, haben schließlich vier Jahre Zeit für den Erwerb des Wissens der Lehrbuchphase. Wer in Klasse 6 beginnt, muss denselben Stoff in drei Jahren schaffen. Wir arbeiten mit schön illustrierten, kindgerechten Büchern und Materialen und haben in L1 deutlich mehr Zeit, Erlerntes zu festigen und auf Interessen der Kinder einzugehen.
  • Die Befürchtung, dass Ihr Kind im Falle des Nichtbestehens der 5. Klasse wegen fehlenden Englischunterrichts nicht an die Realschule übertreten kann, ist eher theoretischer Natur. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass kaum ein L1-Schüler wegen grundsätzlicher Nichteignung das Gymnasium verlassen musste. Bei wirklicher Überforderung sind meistens mehrere Fächer betroffen, so dass es ohnehin notwendig ist, die Klasse 5 an der neuen Schulart zu wiederholen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Latein ein solides Fundament für gymnasiale Bildung darstellt. Und gerade, weil es ein Fundament ist, auf dem vieles andere aufbaut, ist die Entscheidung für Latein als grundständiges Latein ab Klasse 5 eine gute Wahl.

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