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Die zwölf Geschworenen

Zwölf Elft- und Zwölftklässler, ein Regisseur (Gerhard Häußler) und eine Abiturientin (Johanna Stoschek) sitzen in einem Klassenzimmer. Nach vielfältigen, wochenlangen Übungseinheiten und reiflichen Diskussionen über mögliche Textgrundlagen für ein gemeinsames Projekt entscheidet man sich endlich für den amerikanischen Filmklassiker „Die zwölf Geschworenen.“

Wie der Titel des Werkes schon verrät, passt die Anzahl der Schauspieler zunächst wie die Faust aufs Auge. Allerdings ist die Zeit scheinbar knapp, da zwei Schülerinnen kurz vorm Abitur stehen – und wer weiß schon, wohin es sie danach verschlägt.

Kurzerhand wird ein wenig Überzeugungsarbeit geleistet und man einigt sich schließlich darauf, dass die beiden auch nach Ablauf ihrer Zeit am KAG noch weiter Theater spielen dürfen.

Die perfekte Besetzung der zwölf Charaktere stellt sich dennoch als alles andere als einfach heraus. Es gilt, mehrere Punkte zu klären, unter anderem das Geschlecht jeder einzelnen Figur, da im Original eine reine Männerbesetzung vorliegt. Auch die Frage, zu welcher Zeit das Stück aus den 50ern spielen soll, bleibt lange unbeantwortet, bis man sich dann kurz vor Knapp auf eine moderne Inszenierung mit Verwendung von Handys und Twitter einigt.

Zudem bieten einige Charaktere nicht von vornherein die Möglichkeit, großen Spaß am Spielen zu entwickeln. Da ist zum Beispiel der schweigsame Malermeister, oder der Bankangestellte mit seinen drei Sätzen, von denen sich zweieinhalb nur um Hustenbonbons drehen.

So ein Theaterstück zu inszenieren, bedeutet immer viel Arbeit. Nie zuvor haben die teils erfahrenen, teils unerfahrenen Schauspieler jedoch so viel Zeit allein in die Entwicklung der Figuren stecken müssen. Da werden Monologe geschrieben und vorgetragen, da wird Kritik geäußert und umgesetzt, da werden Einzelproben abgehalten, nur damit man lernt, seine „Nummer“ zu verstehen.

Sobald dieser Prozess einigermaßen abgewickelt ist, geht es dann ans Textlernen. Manch einer wird sich jetzt denken, dass dies das Schlimmste am Theater ist. An dieser Stelle sei jedoch gesagt, dass das Auswendiglernen bei weitem nicht so kritisch ist, wie das Zusammenspiel von zwölf Leuten, die allesamt zu jeder Zeit auf der Bühne sind, perfekt aufeinander abgestimmt sein und immerzu auf alles irgendwie reagieren müssen.

Wenn das erst einmal halbwegs sitzt, geht es weiter ans Feintuning. Die ersten Durchlaufproben werden angesetzt, der Zeitdruck wächst, Choreografien werden aus dem Boden gestampft und urplötzlich durch neue, kompliziertere Abläufe ersetzt, aber gleichzeitig steigert sich auch der Zusammenhalt und das Feingefühl der Schauspieler untereinander in ungeahnte Höhen.

Dann ist endlich die Woche der Haupt- und Generalproben da. Arbeiten ist nicht, und die ein oder andere Schulstunde geht auch im Probenstress unter, damit kurz vor der Premiere auch ja jeder Schritt, jedes Wort und jedes Kostüm sitzt. Letztere werden von Frau Gruber (Gewandhaus Gruber) persönlich bereitgestellt, mit Anprobe, Anpassen und allem Drum und Dran.

Tja, und dann geht es auch schon auf die Bühne – in Hugo Boss und Marc O'Polo, mit Lampenfieber, Grippe – und mit dem ein oder anderen Abschiedsgedanken.

Das Spielen vor Publikum macht aber alle Arbeit lohnenswert. Bei der Premiere gibt es Standing Ovations. Patzer werden gekonnt überspielt, Familienmitglieder, Lehrer, ehemalige Klassenkameraden und Freunde sind anwesend, alle sind schwer beeindruckt. Tränen fließen – sowohl auf der Bühne als auch im Zuschauerraum.

Die nachfolgenden drei Aufführungen sind auf ihre Weise einzigartig, und ebenso erfolgreich.

Am letzten Abend versammeln sich alle zusammen auf der Bühne. Es wird ein bisschen emotional, da es für die Schülerinnen und Schüler, und vor allem die drei Ehemaligen wohl das letzte Mal ist, gemeinsam im KAG Theater zu spielen. Ein letztes Mal hagelt es Applaus, dann geht es ans Spendensammeln und Aufräumen.

Und die zwölf Geschworenen machen Platz für die nächste Generation theaterbegeisterter Schülerinnen und Schüler.

Iris König

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