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Korbinian-Aigner-Gymnasium Erding Sprachliches, naturwissenschaftlich-technologisches und musisches Gymnasium |
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Tagesaktueller Politikunterricht am Korbinian-Aigner-Gymnasium![]() Während sich in der vergangenen Woche die EU-Staats- und Regierungschefs zu einem richtungsweisenden Gipfel trafen, um den Umbau der Eurozone hin zu einer gemeinsamen Haushalts- und Wirtschaftspolitik voranzutreiben, versammelten sich auch die Abschlussschüler des Korbinian-Aigner-Gymnasiums im Mehrzweckraum der Schule und diskutierten Gründe und mögliche Folgen der Staatsschulden- und Eurokrise. Sozialkundelehrer Manuel Hock hatte in Zusammenarbeit mit der Hanns-Seidel-Stiftung den Politikwissenschaftler und Publizisten Nikolaus Schmeja für die Schule gewinnen können, der für die Zwölftklässler einen Vortrag zum Thema „Eurokrise – Währungskrise – Wie geht es weiter?“ hielt. Der Referent skizzierte hierbei zuerst den Weg Europas ab 1945 hin zur EU und zu einem gemeinsamen Währungsraum. „Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs musste Europa wirtschaftlich wiederbelebt werden“, erklärte er, „und es musste eine Ordnung für den Kontinent gefunden werden, in der so etwas Schreckliches nicht mehr passiert und in der wir neben- und miteinander leben und arbeiten können.“ Gemeinsam mit den Jugendlichen erarbeitete Oberst a. D. Schmeja die Vorteile des gemeinsamen Währungsraums: Der Wegfall von Transferkosten und die Erleichterung eines Preisvergleichs könnten die Nachfrage steigern und Arbeitsplätze schaffen, zudem stärke der gemeinsame Euro die europäischen Integration. Als problematisch bewerteten die Schüler jedoch die unterschiedliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Kaufkraft in den 17 Euro-Staaten. Hochverschuldete Staaten, erklärte der Redner, könnten mit dem Euro ihre Währung nicht mehr einfach abwerten, indem sie mehr Geld drucken, um den Wert ihrer Schulden zu verringern. Auch das Fehlen einer europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik, mangelnde Bankenregulierung, die Weltwirtschaftskrise und ihre Folgen sowie zu hohe Staatsausgaben und wenig leistungsfähige Steuersysteme seien Ursachen für die Krise im Euroraum. „Hinzu kommen“, ergänzte der hochkarätige Politik- und Wirtschaftswissenschaftler, „Fehlentwicklungen in einigen Ländern wie die Immobilienblase in Spanien und strukturelle Defizite wie die zu geringen Produktivitätssteigerungen in Griechenland.“ Es bleibt abzuwarten, welchen Weg die EU nach der Krise tatsächlich einschlagen wird. Im Augenblick scheint ein europäischer Superstaat ebenso unwahrscheinlich wie ein Scheitern des „Projekts Europa“ und die Rückverlagerung europäischer Kompetenzen an die Nationalstaaten. Vielmehr zeichnet sich ein „Europa der zwei Geschwindigkeiten“ ab, in dem die Eurostaaten und einige weitere Mitglieder der EU ihre Zusammenarbeit vertiefen, während z.B. Großbritannien einen „langsameren Weg“ einschlägt. Die Veranstaltung zeigte klar die Komplexität der Probleme, die es in Europa derzeit zu bewältigen gilt, und machte allen deutlich, wie lebensnah und aktuell politische Bildung sein kann. Manuel Hock |
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19. Mai 2012, 16:10
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