Korbinian-Aigner-Gymnasium Erding

Sprachliches, naturwissenschaftlich-technologisches

und musisches Gymnasium

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Gedanken zum letzten Leistungskurs Kunst

Der Leistungskurs Kunst ist etwas Besonderes! Diese Aussage war immer wieder von Schüler- wie von Lehrerseite zu hören. So lohnt es sicherlich darüber nachzudenken, was zu dieser Wahrnehmung geführt hat.
In Schülerkreisen war es immer ein Adelsprädikat, dem Leistungskurs Kunst anzugehören. So habe ich durchweg beobachtet, dass die Schüler der anderen Kurse die Arbeiten des LK mit großem Interesse und Hochachtung verfolgten (auch wenn die Leistungen nicht in allen Fällen dem Namen entsprachen). Darin drückt sich eine Wertschätzung und Akzeptanz aus, die nicht zuletzt daraus erwuchs, dass die meisten der Teilnehmer diesen Kurs als den ihren wahrnahmen und sich dementsprechend einsetzten. Dieses Klima war auch innerhalb jedes Kurses zu spüren und hat die einzelnen Schüler mitunter zu einer verschworenen Gemeinschaft gemacht. So unterschiedlich die einzelnen Vorlieben im Bereich der Kunst auch gewesen sein mögen, prinzipiell war man unter Gleichgesinnten. Aus Lehrersicht kann ich sagen, dass allein dies schon die Dynamik des Arbeitens beflügelt hat.
Eine weitere Besonderheit des LK-Kunst war auch in der Verschränkung von theoretischen und praktischen Inhalten zu sehen, wobei mit Theorie nicht nur kunstgeschichtliches Wissen gemeint war, sondern eine ganze Bandbreite von Handwerklich-technischem über die Reflexion von Wahrnehmung bis hin zu philosophischen Gedanken und Ansätzen. Durch die Abwechslung und Koppelung all dieser Gebiete blieb der Unterricht für die Schüler spannend, aber wichtiger noch: Eines konnte das andere befruchten und so zu einem tieferen Verständnis führen.
Fügt man diesem Umstand hinzu, dass praktische Arbeit kreatives Potenzial erfordert, welches in Einfallsreichtum, der Auslotung der eigenen technischen Fähigkeiten und zuletzt einer persönlichen Stellungnahme in Form eines Kompromisses besteht, so wird ersichtlich, dass sich die Schüler nicht nur intellektuell, sondern auf der Ebene ihrer Persönlichkeit mit Themen und Inhalten auseinandersetzen mussten. Dementsprechend war auch zu beobachten, dass viele Schüler in den zwei Jahren des Kurses einen Reifungsprozess durchliefen. Besonders deutlich wurde dies an den Facharbeiten, welche bisweilen eine lange Inkubationszeit hatten, aber sehr häufig ein beredtes Zeugnis vom Entwicklungsprozess des Einzelnen von der ersten Idee zur Umsetzung ablegten. Dies gilt auch für die abschließenden Leistungskursaustellungen, in denen manch einer sich erst in der Zusammenschau der zurückgelegten Wegstrecke bewusst wurde.
Aus Gesagtem lässt sich erkennen, dass ein derartiger Kurs für den Lehrer Lust und Last gleichzeitig bedeutete: Freude über die Fortschritte und Erfolge und … Geduld, Geduld, Geduld!
In diesem Sinne muss man leider sagen: Der Leistungskurs Kunst war etwas Besonderes!
Johannes RemlerTeil

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