Korbinian-Aigner-Gymnasium Erding

Sprachliches, naturwissenschaftlich-technologisches

und musisches Gymnasium

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... Augsburg - Fuggerei – Geschichtsausflug der 9. Klassen ...

Die 9. Klassen des KAG unternahmen auch im Schuljahr 2013/14 eine Exkursion nach Augsburg. Im Mittelpunkt standen der Besuch des Jüdischen Kulturmuseums und der Fuggerei. Die Schülerin Nadja Schaffer aus der Klasse 9b berichtet über beide Exkursionsorte:

Die Fuggerei in Augsburg ist die älteste Sozialsiedlung der Welt. Seit sie im 16. Jahrhundert von der reichen Familie der Fugger, allen voran Jakob Fugger, gegründet wurde, führt sie die Traditionen der damaligen Zeit bis heute weiter. So zum Beispiel ist die Miete, damals ein Gulden, für eine Wohnung bis heute nicht verändert worden, was nun nur 88 Cent entspricht. Deshalb ist die Sozialsiedlung sehr begehrt, nicht zuletzt wegen ihrer städtischen Lage. Denn die Fuggerei liegt im Stadtzentrum Augsburgs, hat eigene Stadtmauern und Tore, die pünktlich um 22 Uhr geschlossen werden. Jeder zu spät kommende Bewohner muss je nach Verspätung etwas Geld zahlen, um noch eingelassen zu werden. Somit hat die Sozialsiedlung ihre eigenen Regeln und ist eine Art Stadt in der Stadt.

Doch nicht jeder Beliebige kann dort einziehen. Es gibt drei Kriterien, die erfüllt sein müssen, wenn man dort wohnen möchte. Als Erstes muss man ein Augsburger Stadtbürger sein, das bedeutet, dass man schon mindestens zwei Jahre in Augsburg gelebt haben muss. Das zweite Kriterium besagt, dass man katholisch sein muss und das dritte, dass man dreimal am Tag für die Stifter beten muss. Im Mietvertrag sind diese drei Kriterien sogar vermerkt.

Die Fuggerei hat eine eigene kleine Kirche, die errichtet wurde, weil die Sozialsiedlung in der Zeit der Reformation gegründet wurde, und als Augsburg evangelisch wurde, beauftragte der streng katholische Jakob Fugger den Bau dieser Kirche.

Diese und alle anderen 140 Wohnungen sind noch gut erhalten, auch wenn sie natürlich restauriert werden mussten. Zu einer Wohnung gehören zwei Türen, die entweder ins Erd- oder Obergeschoss führen. Beide Teile der Wohnung werden von einer Familie bewohnt, und jede besitzt einen eigenen kleinen Garten. Ein weiteres Detail, das bis heute erhalten ist, sind die Türklingeln jeder Wohnung. Denn diese sind alle individuell gestaltet worden, damit man früher, als es noch keine Laternen gab, auch noch spät abends seine eigene Haustür fand.

Man kann die Fuggerei in einer Führung anschauen, und das kleine Museum und eine alte, bis heute original erhaltene Wohnung des 16. Jahrhunderts geben noch einen tieferen Einblick in das damalige Leben der Sozialsiedlung. Ebenfalls zu besichtigen ist ein Bunker des 2. Weltkriegs, der damals die Bewohner der Fuggerei vor möglichen Bombenangriffen schützen sollte. Alles in allem ist die Sozialsiedlung eine sehr interessante und spannende Erfahrung.

 

Doch die Fuggerei ist nicht das einzig Sehenswerte in Augsburg. Ein weiteres älteres Gebäude, das bis heute erhalten geblieben ist, ist die Synagoge.

Dass sie bis heute steht und nicht von den Nationalsozialisten 1938 zerstört wurde, liegt daran, dass sie damals zwar wie die meisten jüdischen Geschäfte und Einrichtungen angezündet wurde, man aber das Feuer wegen einer Tankstelle gegenüber aufgrund der Gefahr einer großen Explosion wieder löschte.

Diese und viele andere spannende Geschichten kann man hören, wenn man an einer Führung durch die Synagoge und das dazugehörige Museum teilnimmt.

Im jüdischen Museum liegt der Schwerpunkt natürlich bei den Augsburger Juden, die im Laufe der Jahrhunderte friedlich in, danach verstreut oder teilweise gar nicht in Augsburg selbst lebten. Trotzdem werden auch allgemeine Grundfragen des Judentums geklärt, unter anderem, was die Tora ist, in welcher Sprache sie geschrieben ist oder woraus sie hergestellt wird.

Der anschließende Synagogenbesuch ist einem nur gestattet, wenn Männer eine Kopfbedeckung tragen und Frauen Knie und Schultern bedeckt halten.

Die Synagoge ist ein beeindruckender Bau. Sie ist nicht sehr traditionell. So besitzt sie eine Kuppel und auch bilderartige Abbildungen. Ebenso hatte sie, äußerst untypisch, eine Orgel. Diese fehlt heutzutage allerdings, da sie in der Zeit des 2. Weltkriegs an eine christliche Kirche verschenkt werden musste. Die späteren Juden wollten die Orgel nach der Beendigung des 2. Weltkriegs nicht mehr zurück, da sie etwas traditioneller waren als die ursprünglichen Erbauer der Synagoge.

Wie bereits erwähnt besitzt das Gebäude eine große Kuppel, an deren Innenseite kleine Lampen angebracht worden sind, um den Eindruck eines Sternenhimmels zu erwecken. Alle Wände und Fenster sind sehr kunstvoll verziert worden, unter anderem mit dem Davidstern. Auch gibt es sechs große, kreisrunde Steinplatten in der Synagoge, die die zwölf Stämme des Judentums symbolisieren sollen.

Früher gab es den erhöhten Bereich der Synagoge, damit dort die Frauen getrennt von den Männern, die im Erdgeschoss ihren Platz hatten, sitzen konnten. Deshalb heißt dieser Bereich Frauenempore. Heutzutage sitzen beide Geschlechter zwar immer noch getrennt, jedoch gemeinsam im Erdgeschoss.

Besonders imposant ist ein riesiger, goldener, siebenarmiger Kerzenleuchter, der ein Symbol des Judentums ist, genauso wie der Greif. Der Kerzenleuchter steht auf einer erhöhten Plattform, die nach Osten zeigt, da Jerusalem, das Zentrum des Judentums, im Osten liegt und die Juden bis heute wegen der Zerstörung des Tempels trauern.

Exkursion in das Konzentrationslager Dachau

Am 24. Februar 2011 besuchten alle neunten Klassen des Korbinian-Aigner-Gymnasiums das Konzentrationslager Dachau. Nachdem wir uns bereits im Geschichtsunterricht mit dem Nationalsozialismus beschäftigt hatten, gewährte uns der Besuch in Dachau einen sehr anschaulichen und bewegenden Einblick in das vermutlich dunkelste Kapitel deutscher Geschichte.
 Nach unserer Ankunft hatten wir die Möglichkeit uns in der neu gestalteten Ausstellung über die Häftlingsgruppen, die unmenschlichen Strafen und Schikanen, den Alltag im KZ und über die politischen Veränderungen dieser Zeit zu informieren. Die vielen Erfahrungsberichte früherer KZ-Häftlinge und die teilweise noch original erhaltenen Ausstellungsstücke machten alles sehr anschaulich. Leider konnte man aus Zeitmangel nicht alles gebührend begutachten.
Anschließend folgte noch eine Führung durch das Lager, die wir auf dem Appellplatz begannen. Da uns nach einer halben Stunde schon kalt war, konnten wir uns wohl ansatzweise vorstellen, was es hieß täglich zwei Stunden - oder mehr - bei jeder Witterung und in dünner Kleidung draußen still zu stehen. Dann besichtigten wir die nachgebauten Baracken, die Waschräume, die Schutzvorrichtungen, die Krematorien und die Gaskammer. Obwohl diese nie in Betrieb war, war es wohl einer der bedrückendsten Momente, als wir die Kammer betraten. Ein Geschichtslehrer des Ignaz-Effner –Gymnasiums Dachau führte uns über das Gelände zeigte uns alles genau, erzählte von dem Umgang mit den Häftlingen und beeindruckte durch sein großes Fachwissen. Nach der Führung sahen wir abschließend einen Film, der mit vielen Originalaufnahmen das Leiden der Menschen im KZ nochmals verdeutlichte.
Nach dem Film fuhren wir zurück ins Gymnasium, wo die Namensgebungsfeier zu Ehren von Korbinian Aigner, der ja auch im KZ Dachau inhaftiert war, stattfand. So brachten wir ihm mit dem Staub an unseren Schuhen, eine wohl eher traurige Erinnerung an sein Leben und Wirken in Dachau mit.


Sophie Heilmaier, 9A, Astrid Späth

Ausstellung „Namen statt Nummern“

Zudem weckten vielfältige Ausstellungen das Interesse der Besucher. Die Fachschaft Geschichte konnte die internationale Ausstellung „NAMEN STATT NUMMERN" an die Schule holen. Diese zeigte eine Auswahl von 22 Biografien des Dachauer Gedächtnisbuches, in dem individuell einzelne Schicksale von KZ-Häftlingen beschrieben werden. Von der Schule selbst wurde dieses Gedächtnisbuch um den Namensgeber Korbinian Aigner erweitert, der ebenfalls im Konzentrationslager Dachau inhaftiert war und dort den Korbiniansapfel gezüchtet hat.

Im Schuljahr 2016/2017 fanden drei Austauschbegegnungen statt. Insgesamt 90 Schülerinnen...

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