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Korbinian-Aigner-Gymnasium Erding Sprachliches, naturwissenschaftlich-technologisches und musisches Gymnasium |
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Geographie als Fenster zur Welt – „Unterricht zum Anfassen“ im Botanischen Garten München![]() Passend zum Geographielehrplan für die 13. Klasse, der eine Auseinandersetzung mit der vegetationsgeographischen Grobgliederung der Tropen und ariden Subtropen vorsieht, unternahm der Grundkurs Geographie von Herrn Hock am 21. Oktober 2009 eine Exkursion in den Botanischen Garten München. Hierbei wurden wir durch die verschiedenen Vegetationszonen rund um den Äquator geführt: Von der Wüste Afrikas über die Savannenlandschaften der wechselfeuchten Tropen bis hin zum Tropischen Regenwald wurde uns alles gezeigt. Unsere Führung wurde geleitet von Frau Dr. Kurbasik, die mit ihrem umfassenden Wissen beeindruckte und uns viele interessante Dinge über die verschiedenen Pflanzen berichten konnte. ![]() Die Exkursion begann „in der Wüste“, welche einer Vielzahl von Pflanzen Lebensraum bietet, so zum Beispiel der Agave Americana, die nur ein einziges Mal in ihrem Leben erblüht. Ein anderes Phänomen ist die Welwitschia mirabilis, eine Pflanze, die Wasser über die Luftfeuchtigkeit und ihr tiefes und weit verzweigtes Wurzelgeflecht aufnimmt, in ihrem ganzen Leben aber nur zwei Blätter entwickelt, die kontinuierlich wachsen. Die Welwitschia mirabilis wird bis zu 1000 Jahre alt und alles, was an Abfallstoffen von der Pflanze produziert wird, wird in den Enden der beiden Blätter abgelagert. Sie stirbt also von hinten her ab, wobei die abgestorbenen Enden der Blätter nicht, wie es bei gewöhnlichen Zimmerpflanzen der Fall ist, abfallen, sondern bestehen bleiben und verwittern.
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Als weiteres Beispiel für die beeindruckenden Pflanzen, die in der Wüste überleben, sollte der Affenbrotbaum genannt werden, der trotz der Trockenheit und der Hitze der Wüste zwischen 400 und 1000 Jahre alt werden kann, bis zu 20 Meter hoch wächst und einen Umfang von maximal 14 Metern erreichen kann. Er speichert Wasser in den Fasern seines Stamms. Von einem Baumriesen zu kleinen „lebenden Steinen“, den Litops: Die Litops sehen aus wie Steine und passen sich in ihrer Farbe der Wüste und dem Sand an. Durch ihre Optik sind sie perfekt vor Fressfeinden geschützt und können sich so ungestört verbreiten. Eine noch bekanntere Pflanze ist die Aloe Vera, deren gallertartige Substanz in vielen Kosmetikartikeln enthalten ist. Insgesamt haben die Pflanzen in den Trockenräumen vielfältige Formen der Anpassung an Salzstress und Wassermangel entwickelt. Von der „Wüste“ ging es weiter in das 20 Meter hohe Palmenhaus des Botanischen Gartens. Hier wird man den klimatischen Bedingungen des Tropischen Regenwalds in Luftfeuchtigkeit und Temperatur absolut gerecht und viele Pflanzen finden hier ihren Platz, so zum Beispiel die Bananenstaude oder der Riesenbambus. Wir erfuhren, wie sich der Stamm einer Bananenstaude bildet (nämlich durch die abgeknickten Blätter der Staude) und konnten anhand einer Messlatte sehen, wie schnell der Riesenbambus wächst. Die Bäume im tropischen Regenwald weisen im Gegensatz zu unseren einheimischen Bäumen keine Jahresringe auf. In den Tropen gibt es keine thermischen Jahreszeiten und die Temperaturunterschiede über das Jahr verteilt sind sehr gering, während sich bei uns das Klima durch die Jahreszeiten stark verändert. Eine weitere interessante Pflanzenart im Tropischen Regenwald ist der sogenannte Aufsitzer. Ihrem Namen entsprechend sitzen diese Pflanzen (z.B. der Geweihfarn) vorrangig auf hohen Bäumen, um mehr Licht zu bekommen, da durch die dichten Baumkronen Licht für niedrigere Pflanzen oder Bodenpflanzen einen Mangelfaktor ist. Der berühmte Stockwerkbau der Vegetation im Regenwald, der sich aus dem Kampf der Pflanzen um Licht ergibt, war im Palmenhaus ebenfalls gut zu erkennen. ![]() Später ging es dann weiter in das Wasserpflanzenhaus, in dem unser Augenmerk besonders auf den Mangroven-Baum gelenkt wurde. Um sich vor den Gezeiten in tropischen Küstenregionen zu schützen, ragt er auf Stelzwurzeln aus dem Wasser. Besonders beeindruckend am Mangroven-Baum ist jedoch, dass er lebende Junge „gebärt“. Am „Mutterleib“ selbst keimen Jungpflanzen, die, sobald die Zeit reif ist, ins Wasser fallen und als eigenständige Pflanze weiter wachsen.
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19. Mai 2012, 16:10
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