Schulentwicklung ist eines der zentralen Schlagworte in der aktuellen Bildungsdiskussion und seit mehr als zehn Jahren zum wichtigen Dauerbrenner-Thema an den bayerischen Schulen geworden. Schulentwicklung sucht neue Wege, wie Schule gestaltet werden kann und wie wichtigen Anliegen der Gesamterziehung an einer Schule Rechnung getragen werden kann.
Das Erproben neuer Formen des Lehrens und Lernens, die Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern am gesamten Schulleben, die Zusammenarbeit mit den Eltern, die Gestaltung von Konferenzen und Mitarbeitergesprächen, die Verbesserung von Kommunikation und Teamentwicklung im Kollegium, die Öffnung der Schule nach außen sowie die Bereitschaft zu Verantwortungsübernahme sind Themen der Schulentwicklung.
Im Schuljahr 2010/2011 sahen wir uns mit besonderen erzieherischen und organisatorischen Herausforderungen konfrontiert: Im Herbst zuvor hatte eine Kommission aus Evaluatoren unsere Schule besucht. Der Bericht der Kommission wurde noch im Herbst 2009 vorgestellt. Wir schnitten in vielen Bereichen recht gut ab; es blieben jedoch zwei Themen, an denen wir in den nächsten zwei Jahren intensiv arbeiten wollten: • Verbesserung der Unterrichtsqualität • gerichtete Schulentwicklung mit Koordination aller schon laufenden Prozesse.
Neben der Einrichtung einer Steuerungsgruppe, von der weiter unten zu berichten sein wird, stand die Organisation eines Pädagogischen Tages an.
Welche Schule sind wir? Diese Frage stellten sich Lehrer, Schüler und Eltern beim sogenannten Pädagogischen Tag am Buß- und- Bettag 2010. Die Ergebnisse der Evaluation hatten gezeigt, dass wir als junge Schule viel erreicht hatten. Jetzt galt es, die Aufträge aus den Evaluationsvereinbarungen umzusetzen. Dazu gehörte neben der Qualitätssicherung auch das Thema Schulentwicklung. Um den Ist-Stand festzustellen und daraus Schulentwicklung einen Auftrag für Steuerungsgruppe und Kollegium zu erstellen, brauchten wir einen ganzen Tag für uns. Warum hatten wir eine externe Moderatorin eingeladen? Seit der Eröffnung dieser Schule wurde Schulentwicklung betrieben. Jetzt galt es, den Ist-Zustand von einem äußeren Standpunkt aus betrachten zu lassen. In Frau Monika Treppte fanden wir eine geeignete Moderatorin. Wir hielten es für sehr wichtig, dass alle Kollegen die Gelegenheit erhielten, sich über den Entwicklungsstand der Schule zu informieren und dabei auch klar zu artikulieren, wie wichtig ihnen das Thema ist, wie klar sie ihren Eigenanteil sehen und wie zufrieden sie mit dem Zustand ihrer Schule sind. Ganz wesentlich war es auch, der Steuerungsgruppe einen klaren Arbeitsauftrag zu erteilen.
Was ist die Steuerungsgruppe? Die Steuerungsgruppe ist ein Gremium von Kollegen, die sich selbst zusammengefunden haben nach einer Bewerbung und unter Mitsprache der Mitglieder der Schulleitung. Die Mitglieder der Steuerungsgruppe sind nicht gewählt, repräsentieren aber das Kollegium und kennen und vertreten deren Interessen. Diese Gruppe steuert und gibt Anstöße für neue Entwicklungen. Unter Leitung von Frau Friepes und Frau Hafner arbeiten in der Steuerungsgruppe Frau Dyckerhoff, Frau Falkenstein, Herr Grabrucker, Herr Hock und nach dem Ausscheiden von Herrn Kanz Herr Jell und Herr Schiller mit.
Welche Themen hat die Steuerungsgruppe auf den Weg gebracht? Eine Umfrage zur Arbeitsbelastung der Lehrer hatte ergeben, dass es oft die Kleinigkeiten sind, die den Elan von Lehrern bremsen. So betrafen die ersten Maßnahmen Materialien und besseren Zugriff auf sie. Als besonders dringlich erwies sich die Verbesserung der Medienausstattung; kleinere Mängel konnten behoben werden; das große Thema wird uns weiter begleiten. Daneben geht es um das große Thema Verbesserung der Kommunikation: • sinnvollerer Einsatz der Klassentagebücher, • Einrichtung eines digitalen Kalenders, • schnellere Übermittlung der Vertretungen durch ein digitales Schwarzes Brett. In der Diskussion sind die Umsetzung des Fachraumprinzips und der Klassenleiterstunde. Man sieht, es gibt viel zu tun. Wir haben es schon angepackt und sind mittendrin im Schulentwicklungsprozess!
Die Gründung des Arbeitskreises Unterrichtqualität ist ebenfalls aus den Ergebnissen der Externen Schulevaluation hervorgegangen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Qualität des Unterrichts am KAG gemäß den Vorgaben der nach dem Evaluationsbericht getroffenen Vereinbarungen nachhaltig zu verbessern.
Wer ist dabei? Der Arbeitskreis ist ein Zusammenschluss von Lehrkräften vornehmlich der Kernfächer Mathematik, Deutsch und Fremdsprachen, die sich vorgenommen haben, dieses Ziel mit Hilfestellungen auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Bereichen für alle an unserer Schule Unterrichtenden erreichbar zu machen, wovon natürlich in erster Linie deren Schülerinnen und Schüler profitieren sollen. Zu Beginn des Schuljahres bestand die Gruppe aus den Kolleginnen und Kollegen Herr Brunner, Herr Fürst, Frau Holder, Frau Kraus, Frau Kreis, Frau von Cube und Herrn Häußler. Im Laufe des Schuljahres kamen noch Frau Hatzky und Herr Zauner dazu. Der Arbeitskreis ist selbstverständlich stets für weitere interessierte Kolleginnen und Kollegen offen. Was wird dort gemacht? Ein erster wichtiger Schritt war es, sich auf ein gemeinsames Verständnis des Begriffs Unterrichtqualität zu einigen: Was ist guter Unterricht? Vereinfacht lässt sich die Frage mit dem Grundsatz des Psychologen und Pädagogen Franz Emanuel Weinert beantworten: „Guter Unterricht ist ein Unterricht, in dem mehr gelernt als gelehrt wird.“ So einfach das klingen mag, so vielfältig und komplex sind die Schlüsse, die wir Lehrkräfte für unsere Arbeit daraus ziehen können und sollen. Der Arbeitskreis zog daraus den Schluss, vornehmlich auf drei Ebenen des Unterrichtsgeschehens tätig zu werden: durch die Bereitstellung von Strukturen und Materialien die praktischen und organisatorischen Voraussetzungen für guten Unterricht optimieren, durch geeignete Maßnahmen und Hilfsmittel die Selbstreflexion über und die pädagogische Kompetenzerweiterung für gutes Unterrichten im Kollegium zu ermöglichen und schließlich die Aktivierung und Motivation der Schüler nachhaltig zu fördern und zu fordern, um ihnen das Lernen zu erleichtern.
Was heißt das konkret? Im Bereich der Organisation und Ausstattung erarbeiteten wir Vorschläge und Konzepte zur künftigen Ausstattung der Schule mit Medien wie Visualiser, mit weiteren digitalen und anderen individuellen Arbeitsplätzen. Des Weiteren wurde ein Konzept zur Einführung fächerverbindender Unterrichtsprojekte erarbeitet und die Einrichtung von Materialsammlungen für schüleraktivierendes und binnendifferenzierendes Unterrichten vorbereitet. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Erstellung und Erprobung von Frage- bzw. Evaluationsbögen, mit Hilfe derer das Kollegium Rückmeldungen über die eigene Unterrichtstätigkeit erhalten kann. So werden solche Bögen zur Selbstevaluation, zur Kollegenhospitation (Kollegen besuchen sich im Unterricht und beobachten spezielle Bereiche des Unterrichts, wie beispielsweise die Kommunikationsformen oder den Grad der Schüleraktivität) und auch zur Rückmeldung durch Schüler zur Verfügung gestellt.
Wie geht es weiter? Laut Vereinbarung mit der Schulaufsichtsbehörde sollte die Arbeit bis Juli 2013 in einer breit angelegten Evaluationsmaßnahme auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden. Bis dahin wird der Arbeitskreis die Ergebnisse seiner Tätigkeit kontinuierlich vorstellen und verfügbar machen. Ein erster großer Schritt ist für das kommende Schuljahr 2011/12 geplant, in dem unser Arbeitskreis den Pädagogischen Tag ausrichten, dabei einen vertieften Einblick in Inhalte und Ziele unserer Tätigkeit geben und somit das Kollegium in seine Arbeit einbeziehen wird.
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