Korbinian-Aigner-Gymnasium Erding

Sprachliches, naturwissenschaftlich-technologisches

und musisches Gymnasium

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Russin erkundet das deutsche Schulsystem

Tatjana Grineva ist Lehrerin an einem Internat im russischen Orenburg. 26 Stunden verbrachte sie im Zug nach Moskau. Von dort aus folgten vergleichsweise kurze dreieinhalb Stunden im Flugzeug nach München. Die Reisestrapazen nahm Tatjana Grineva auf sich, um für drei Wochen am Erdinger Korbinian-Aigner-Gymnasium zu hospitieren.

Die Lehrkraft für Deutsch und Englisch besuchte Unterrichtsstunden, half Lehrern, diese vorzubereiten und hielt in den Fächern Geschichte und Russisch selbst Stunden. „Ich wollte das deutsche Schulsystem untersuchen und kennen lernen“, erklärt die 42-Jährige. Den größten Unterschied zu den Schulen in ihrer Heimat hat Grineva schnell ausgemacht: „Es ist besonders, dass hier viele Männer unterrichten.“ In Russland seien es fast ausschließlich Frauen. Das liegt laut Grineva an der geringen Bezahlung. „Denn Männer müssen ihre Familien ernähren. Mit dem Lehrergehalt ist das nicht möglich.“ Außerdem herrsche an russischen Bildungsanstalten ein rauer Ton. Anders in Erding: „Hier sind alle freundlich zueinander. Die Atmosphäre ist menschlich und nicht arrogant“. In den meisten Schulen Russlands gelten zudem strenge Regeln für das äußere Erscheinungsbild der Kinder. Das Erdinger Gymnasium liefert Grineva aber den Beweis: „Mit Irokese kann man auch gut lernen.“ Die Lehrerin habe sich zunächst gefragt, „was ich im Unterricht tragen soll“. Ihre Gastfamilie konnte die Stilfrage schnell beantworten, schließlich sind Barbara und Martin Brunner selbst am Korbinian-Aigner-Gymnasium tätig. „Die Familie war so lieb, und die Kollegen waren sehr hilfsbereit“, erzählt Grineva.
Die Abende und Wochenenden verbrachte die Russin vor allem in den Münchner Museen. „Ich hatte manchmal schon wehe Füße, weil ich jede Minute nutzen wollte“, sagt sie. Vielleicht bekommen in naher Zukunft auch russische Schüler diese Gelegenheit.
Schulleiterin Andrea Hafner hält Austauschprogramme im Rahmen einer Partnerschaft mit Orenburg für möglich. „Wir können uns sehr gut vorstellen, eine ausgewählte Schülergruppe aus Russland aufzunehmen,“ sagt sie.  lib

 

Erdinger Anzeiger , 6. Dezember 2010

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