Sie sind hier: AktivitätenAuslandsaufenthalteErfahrungsberichteUSA

Ein Jahr USA: Wertvolle Erfahrungen

Dass ich ein Austauschjahr machen wollte, stand bei mir erst sehr spät fest. Natürlich hatte ich die Möglichkeit im Hinterkopf, war mir jedoch unsicher, ob es das Richtige für mich sein würde. Eine Freundin von mir empfahl mir dann das Buch „Handbuch Fernweh“ von Thomas Terbeck und danach stand mein Entschluss fest: Ich wollte ein halbes Jahr ins Ausland. Die Wahl fiel auf Amerika, da Australien, Neuseeland und Kanada aufgrund des Preises wegfielen und mir Großbritannien zu nah an Deutschland lag. Mein Plan war, die erste Hälfte der 10. Klasse zu verpassen, dann ab Februar wieder einzusteigen und anschließend mit meinen Freunden in die 11. Klasse vorzurücken.

Ich bin dann Anfang September 2015 nach Amerika geflogen. Die Anreise verzögerte sich, da man am Anfang keine Schule für mich finden konnte, sodass ich die ersten zwei Tage der amerikanischen Schule verpasste.

Meine Gastfamilie lebte in Portland, Oregon, und war ein Pärchen mit zwei Kindern, einem 17jährigem Mädchen und einem 13jährigen Jungen.

In den ersten drei Monaten fiel es mir schwer, mich in die Schule zu integrieren, da in Amerika das Schulsystem anders aufgebaut ist als bei uns. Alle Klassen sind wie die Oberstufe hier, in jedem Kurs sind andere Schüler. Damit hatte ich am Anfang extrem zu kämpfen, denn neben den Sprachproblemen gab es kaum Leute, mit denen ich mehrere Kurse gemeinsam hatte. Dazu kommt noch, dass nicht nur Schüler einer Jahrgangsstufe, sondern aller Jahrgangsstufen in einem Kurs zusammen sein können.

Es war anfangs schwierig, sich daran zu gewöhnen, allerdings wurden nach und nach meine Sprachkenntnisse besser und ich fand neue Freunde. Das war dann auch der springende Punkt für die Aufenthaltsverlängerung in den USA. Ich wollte meine neu gewonnenen Freunde und die Schule nicht sofort wieder verlassen, und beschloss, meine 5 Monate auf 10 zu verlängern.

Mir hat die amerikanische Schule sehr gut gefallen. Sie ist einfacher als hier in Deutschland, und im allgemeinen lockerer. Mit Lehrern konnte man sich immer nach dem Unterricht unterhalten und noch Fragen stellen, teils per Du. Man kann seine Klassen meist frei wählen, sodass ich neben den Standardfächern wie US History, English und Algebra auch Newspaper, Piano, Business Leadership und Physical Education bzw. Health hatte.

Man hat in Amerika ein ganz anderes Schulverständnis, viel weniger auf Noten und Auswendiglernen fokussiert und es wird auch mehr auf einzelne Individuen geachtet. Es wird einem immer die Möglichkeit gegeben, sich zu verbessern, und das Ziel des Lehrers ist es, das Beste aus jedem Schüler herauszuholen. Das Schulverständnis ist einfach ein ganz anderes, es ist selbstverständlich, dass man seine Schule in Allem unterstützt und stolz ist, Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Ich habe mich auch viel mehr außerschulisch betätigt, war ein aktiver Teil von mehreren Sportteams (Cross-Country, Schwimmen und Tennis), habe mich an mehreren Clubs beteiligt, habe viele freiwillige Arbeiten gemacht und bin regelmäßig zum Youth Club der lokalen Kirche gegangen.

Ich war jeden Tag bis 18 Uhr oder länger in der Schule, da man jeden Tag direkt nach der Schule zum Sporttraining ging und fast immer irgendwas zu tun hatte, sei es, irgendwelche Tests nachzuholen, sich mit Freunden zu treffen oder die eigene Schule bei Sportveranstaltungen anzufeuern. Ich verbrachte den Großteil der Woche in der Schule, und auch wenn das sehr negativ klingt, hat es mir super gefallen, da es auf freiwilliger Basis beruhte und nahezu alle Schüler nach der Schule länger blieben. Dadurch hat man ein ganz anderes Verständnis von Schule und Teamgeist, und ich habe es nie als Anstrengung empfunden, sondern mehr als Möglichkeit, mich mit Freunden zu treffen oder unsere Schule zu unterstützen.

Obwohl ich mich in meiner Schule und Umgebung sehr wohl fühlte, gab es in meiner Gastfamilie einige Probleme. An einem bestimmten Punkt wollte ich am liebsten die Familie wechseln, bin allerdings dann doch die kompletten 10 Monate bei ihnen wohnen geblieben. Meine Gastmutter und ich hatten ziemlich starke Differenzen, es gab viele Spannungen und weder sie noch ich waren zufrieden miteinander. Dass ich trotzdem meinen kompletten Aufenthalt dort verbracht habe, lag an meiner Austauschorganisation, die nicht richtig auf die Situation reagiert hat. Außerdem wollte ich auf keinen Fall die Schule wechseln, was bei einem Familienwechsel höchstwahrscheinlich der Fall gewesen wäre.

Ich hatte auf jeden Fall meine Schwierigkeiten, trotzdem würde ich, wenn man mich jetzt fragen würde, ob ich das Auslandsjahr in Amerika noch einmal machen würde, ohne zu zögern bejahen. Es war eine einmalige Chance, ich habe extrem viel gelernt und mich positiv weiterentwickelt. Ich habe so viele tolle Menschen getroffen, mit vielen davon halte ich immer noch Kontakt. Ich würde jedem sofort empfehlen, ebenfalls ins Ausland zu gehen. Man muss sich bewusst sein, dass nicht alles perfekt sein wird und Probleme kommen werden, sei es in der Schule, mit Freunden oder der Familie. Doch egal, was es sein wird, es lohnt sich.

Mein Plan, mit meinen Freunden zusammen in die 11. Klasse vorzurücken, ist ebenfalls aufgegangen. Ich bin im Juni 2015 zurückgekommen, und dann im September in die 11. Klasse eingestiegen. Ich hatte eine Probezeit und musste das erste Halbjahr der 11. Klasse ohne 5 oder 6 abschließen. Ich habe das erste Halbjahr der 11. Klasse gut hinbekommen, auch wenn viel zu lernen war. Ich bin froh, dass ich mich - gegen den Rat meiner Eltern und Lehrer- für den sofortigen Übertritt in die Oberstufe entschieden habe.

USA: California Dreaming

Am 01.08.2015 startete ich von München aus in mein Abenteuer. 10 Monate werde ich mit einer Gastfamilie in Kalifornien verbringen. Nach einem sehr anstrengenden Flug via Frankfurt und Chicago wurde ich letztendlich in Sacramento, CA, schon mit Willkommensschildern begrüßt. Meine Gastfamilie bestand aus den Gasteltern Cynthia und Kevin und deren Töchtern Danielle (15) und Rachel (19). Angekommen in Rocklin, einem Vorort von Sacramento, den ich von nun an mein Zuhause nennen durfte, fühlte ich mich auf Anhieb sehr wohl. Schnell gewöhnte ich mich an die neue Umgebung, die Herzlichkeit der Nachbarn und der Familie und auch an die Sprache. Außerdem hatte ich die Möglichkeit, gemeinsam mit meiner Gastschwester Danielle am Marching Band-Camp teilzunehmen. Die Marching Band ist eine Art Blasorchester, bei der die Musiker zur Musik marschieren und die Show auswendig aufführen. Viele Proben standen uns bevor, aber ich lernte viel dazu, lernte neue Leute kennen und hatte vor allem viel Spaß. Als mir angeboten wurde, die Piccolo-Flöte zu spielen, war ich gleich begeistert, und das neue Instrument zu lernen, war ein besonderes Highlight für mich. Da Danielle musikalisch sehr begabt war und über 10 Instrumente spielte, setzten wir die Proben oft zuhause noch fort. Musik war das, was uns beide am meisten verband. Zwei Wochen später ging die Highschool los und ich durfte meine Kurse wählen, zu denen neben den normalen Fächern wie Mathematik und Englisch auch Graphic Communications, Spanisch und Sinfonieorchester zählten. Meine Schule heißt Whitney High School, hat über 2000 Schüler und die Klassenräume sind dort über eine ganze Außenanlage verteilt. Zahlreiche Events wie Schultänze, Mottowochen und Schulralleys, bei alle Jahrgangsstufen gegeneinander antraten, machten den Schulalltag nie langweilig. Teil des besonderen amerikanischen Schulspirits zu sein und das Engagement der Schüler zu sehen, war eine tolle Erfahrung für mich. Ich hatte von Anfang an keine Probleme im Unterricht und den Stoff zu lernen fiel mir sehr leicht, auch dank der Unterstützung meiner Gastschwester. Meine Lieblingsklasse war die Symphonic Band. Hier lernte ich meine engsten Freunde kennen, mit denen ich auch nach dem Unterricht noch viel Zeit verbrachte. Innerhalb kurzer Zeit konnte ich auch schon einen enormen Fortschritt meiner Sprachkenntnisse feststellen, was auch meiner Gastfamilie und Freunden auffiel. Außerhalb der Schule ging ich mit meinen Freunden oft zum Picknicken in den Park, ins Kino oder besuchte Musikläden. Danielle und ich fuhren außerdem regelmäßig (traditionell vor allem am Mittwochabend) in die Stadt, um „Frozen Yogurt“ zu essen.

Besonders schön waren neben dem Alltag auch die Ausflüge, die meine Gastfamilie mit mir unternommen hat. Wir fuhren nach San Francisco, zum Lake Tahoe und einmal sogar nach Oregon. Weihnachten und viele Feiertage werden in den USA komplett anders gefeiert als in Deutschland. Am Abend vor Weihnachten haben wir alle zusammen klassische Filme wie „How the Grinch Stole Christmas“ angeschaut. Am nächsten Morgen fand dann die große Bescherung statt. An Feiertagen wie diesem ist meistens die ganze Familie zu Besuch gekommen, welche in meinem Fall aus vielen Leuten bestand. Die ganze Atmosphäre an den Weihnachtsfeiertagen machte es mir leichter, zu dieser Zeit nicht bei meiner eigenen Familie zu sein. Im April ging es schließlich mit der gesamten Band-Klasse ins Disneyland nach Anaheim, da wir dort eine Competition gegen andere Schulbands hatten. Andere einzigartige Erfahrungen während meines Aufenthalts waren auch zwei Schulbälle. Schon immer war es mein Traum, einmal auf einem echten amerikanischen Schulball zu tanzen. Die Mädchen wurden traditionsweise einen Monat vorher mit Plakaten und Blumen zum Ball aufgefordert. Meine Gastschwester und ich  haben uns beide schöne Kleider gekauft und hatten sehr viel Spaß. Manche Schüler haben sogar Limousinen und Partybusse bestellt, mit denen wir dann durch Sacramento fuhren. Jeden dieser Momente werde ich sicher niemals vergessen und ich bin sehr dankbar für jedes Erlebnis, das die ich in diesem Jahr gehabt habe. Ich habe mich während meines Auslandsaufenthalts in Kalifornien sowohl persönlich als auch sprachlich extrem weitergebildet.

Chiara Midulla

Ups and Downs: 10 Monate USA

Schon als kleines Kind wurde mir immer wieder gesagt, wie schön Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sei. Jedoch stand ich diesen Ansichten schon immer etwas skeptisch gegenüber, denn ich glaubte, dass hinter all dem Hollywood-Glamour nicht viel steckte.

Um mir also meine eigene Meinung zu bilden, bewarb ich mich in der 10ten Klasse spontan für ein zehnmonatiges Auslandsjahr in den USA und kaum hatte ich die Zusage von Experiment e.V. in den Pfingstferien erhalten, saß ich auch schon Anfang August 2014 im Flugzeug auf dem Weg nach Kansas.

Meine Gastfamilie und ich waren von Beginn an eine Familie. Sie hatten eine Tochter in meinem Alter, mit der ich mich sehr gut verstand. Mein Gastvater und meine Gastmutter behandelten mich wie ihre eigene Tochter. Wir waren unzertrennlich.

Eine Woche nach meiner Ankunft begann die Highschool. Mit nur 120 Schülern, davon 4 Austauschschülern, inklusive mir, war meine Highschool im Gegensatz zu anderen sehr, sehr klein. Wie sich herausstellte, war das gar nicht so schlimm! Jeder kannte jeden, d.h. jeder konnte mit jedem reden, auch Sophomores (10.-Klässler) mit Seniors (12.-Klässler), was in deutschen Schulen eher ungewöhnlich ist. Daher wurde es nie langweilig. Die Schüler dort haben mich mit offenen Armen aufgenommen und ich baute mir schnell meinen eigenen Freundeskreis auf.

Amerikanische Schulen entsprechen eher den deutschen Ferien. Die Highschool war mehr ein Treffpunkt für Schüler und Lehrer um miteinander „abzuhängen“, als ein Ort zum Lernen. Dies zeigte sich vor allem an der Allgemeinbildung der Schüler. Ein jüngerer Schüler fragte mich beispielsweise, was man denn in Deutschland für eine Sprache spreche und ob Obama auch Präsident in Deutschland sei.

Ich lernte sehr schnell was „gutes, frisches Essen“ ihrer Ansicht nach war. Was in deutschen Supermärkten als XXL-Sonderangebot gilt, ist in Amerika die Standardgröße. Meine Gastmutter zum Beispiel bereitete ein typisches amerikanisches Abendessen vor und sagte, sie habe „homemade bread“ gemacht. Dies überraschte mich positiv und ich freute mich sehr darüber, zu früh wie sich herausstellte, denn „homemeade“ bedeutete frisch aus der Tielkühltruhe geholt und eigenhändig in den Ofen gelegt.

Dennoch waren die ersten sieben Monate wie ein Traum! Ich hatte die Möglichkeit, bei vielen verschiedenen Events, die man in Filmen nur zu oft sieht und davon träumt, wie Prom und Winterformal, aber auch sportlichen Aktivitäten, wie Basketball und Softball, teilzunehmen.

Nach sieben wundervollen, unvergesslichen und ereignisreichen Monaten, kam es während der letzten drei Monate jedoch leider zu einem Tiefpunkt. Da meine Gastfamilie und ich plötzlich einige Diskrepanzen hatten, bekam ich zum aller ersten Mal Heimweh. Wir versuchten mit Gesprächen unsere Probleme zu lösen, jedoch mit wenig Erfolg.

Trotz allem weinten wir stundenlang, als wir uns Ende Mai 2015 schweren Herzens verabschieden mussten.

Obwohl ich auch ein paar schlechte Erfahrungen gemacht habe, kann ich sagen, dass ich an ihnen gewachsen bin. Ich bin froh, diese einzigartige Möglichkeit genutzt zu haben, denn ich habe sehr viel gelernt. Ich kann ein Auslandsjahr jedem empfehlen, der eine andere Welt erleben möchte. Wage es, denn es lohnt sich wirklich!

Emily Schraudy

10 Monate im Land der (un)begrenzten Möglichkeiten

Am 18. August 2014 begannen für mich die aufregendsten 10 Monate meines bisherigen Lebens. 10 Monate in einem komplett fremden Land, ohne irgendwelche Freunde oder Familie.

Nach drei Tagen in New York ging es für mich nach Portland, Oregon, wo meine Gastfamilie schon auf mich wartete. Ich wurde herzlich empfangen und sehr schnell fühlte ich mich schon wie ein Teil der Familie. Auch in der Schule gewöhnte ich mich schnell ein und fand neue Freunde, und außerdem wirkte ich bei Aufführungen von Alice in Wonderland und Grease des Drama Clubs mit und spielte im schuleigenen Basketballteam. Am meisten gefallen an der High School hat mir der school spirit und die freie Auswahl der Schulfächer. Die Schule in Amerika ist natürlich viel einfacher als wir es gewohnt sind, aber man kann ganz andere Fächer wählen als in Deutschland, wie zum Beispiel Videogame design oder Drama. Auch habe ich mich sehr gut mit anderen Austauschschülern aus der ganzen Welt angefreundet, und zwei meiner besten Erlebnisse waren meine Reisen nach San Francisco und Seattle. Natürlich hat so ein Austausch nicht nur positive Seiten, so hatte ich zum Beispiel ein paar Probleme mit meiner Gastfamilie, die jedoch nach Gesprächen mit meiner Koordinatorin gelöst werden konnten.

Alles in allem war meine Entscheidung, nach Amerika zu gehen, die beste, die ich je getroffen habe, und auch wenn ich deswegen jetzt die 11. Klasse wiederholen muss, würde ich es sofort wieder tun. Durch mein Auslandsjahr bin ich als Person gewachsen, ich bin viel offener geworden und sehe die Welt mit anderen Augen.

Ich würde jedem, der die Chance hat, auf jeden Fall empfehlen, ein Auslandsjahr zu machen.

Marina Lauterbach

USA: Fantastische Zeit mit Sport und Spaß

Die Überlegung, ein Auslandsjahr in Amerika zu verbringen, kam bei mir eigentlich schon relativ früh auf, und zwar als meine Schwester vor knapp 11 Jahren ein Jahr in den Staaten verbracht hatte.

Meine Schwester kam damals mit sehr guten Erfahrungen zurück und hat förmlich von dem Land, der Kultur und ihrer Gastfamilie geschwärmt.

Diese sehr positive Rückmeldung hat mich damals schon denken lassen: „Sowas will ich auch mal erleben“ und genau diesen Gedanken habe ich dann auch umgesetzt.

Bevor man allerdings eine Gastfamilie bekommt, geschweige denn losfliegt, muss man einiges erledigen. Zuerst muss man, zumindest wenn man es über eine Organisation macht, sich dort bewerben und von der Organisation angenommen werden. Der Bewerbungsprozess ist sehr aufwendig und man muss mehrere Gespräche auf Englisch führen und viele Fragebögen  ausfüllen. Durch die ausgefüllten Fragebögen und weitere Informationen sucht sich dann später die Gastfamilie ihren Austauschschüler aus, also hier am besten ehrlich sein und Individualität zeigen. Hat man den erstmal durchlaufen, muss man noch Sachen wie das Visum und eine Schulbeurlaubung beantragen.

Während der ganzen organisatorischen Erledigungen habe ich dann auch endlich (relativ spät, erst Ende Juli) den Brief bekommen, in dem sich der Steckbrief und die Infos über meine Gastfamilie befanden. In meinem Fall war es ein kinderloses Ehepaar, die beide etwa 30 Jahre alt waren.

Ich bin dann auch relativ schnell mit ihnen in Kontakt getreten und wir haben einiges geregelt, denn die Schule dort ist schon Anfang August gestartet.

Für mich ging alles damals so schnell, dass ich fast gar keine Zeit hatte, mir Gedanken über Heimweh oder Ähnliches zu machen. Während der ganzen Zeit dort wurde es eigentlich nur richtig schlimm, wenn irgendwelche Feste wie Weihnachten oder Geburtstage stattfanden, die ich vorher immer mit meiner Familie gefeiert hatte. Allgemein hat mir eigentlich immer Ablenkung geholfen oder mit den Personen zu skypen.

Das Schulsystem dort ist eher so wie bei uns die Oberstufe aufgebaut. Man wählt seine Kurse selber, mit ein paar Vorgaben, und bekommt credits (Punkte) pro bestandenem Kurs. In den Kursen selber hat man allerdings viel weniger Druck. Viele Lehrer dort korrigieren zwar die Hausaufgaben, aber so etwas wie unangesagte „Exen“ gibt es gar nicht. Es gibt dann am Ende jedes Semesters zwar „Finals“, also größere Tests, aber die sind alle machbar.

Mit meiner Gastfamilie habe ich einige tolle Sachen erlebt. Wir waren mit Freunden zusammen in einer Hütte in einem Wald in Tennessee und sie haben auch Feste wie Halloween und Weihnachten oder Silvester richtig schön gefeiert.

Mit Freunden habe ich dort auch einiges erlebt, obwohl man bis nachmittags Schule hat. Durch das Sportprogramm der Schule lernt man natürlich auch einige Leute besser kennen und hat viel Spaß bei gemeinsamen Trainings oder Spieltagen.

Durch die Integration in die Schule und in meine Gastfamilie habe ich ein fantastisches Jahr gehabt und die amerikanische Kultur mit all ihren Vor- und Nachteilen kennengelernt. Ganz bestimmt lernt man auch die Sprache auf keine andere Weise besser.

Ich würde zudem empfehlen, das Auslandsjahr während der 10. zu machen und dann auf Probe in  die 11. zu rücken, da man so mit seinem ursprünglichen Jahrgang zusammen bleibt.

Sophie Rohmfeld

USA: Mit gemischten Gefühlen

Die USA begeisterten mich schon immer und weil ich die 10. Klasse nicht wiederholen wollte, bewarb ich mich für einen nur 5-monatigen Austausch. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich später noch herausstellen sollte!

Im April 2013 konnte ich zum ersten Mal Kontakt mit meiner Gastfamilie, den Bunnells, aufnehmen. Sie hatten eine Tochter in meinem Alter und noch drei weitere Kinder. Am 16. August ging mein Flug nach New York zu einem dreitägigen Vorbereitungsseminar. Von dort ging es weiter nach Lynchburg, im Herzen Virginias. Mit meiner Gastfamilie verstand ich mich von Anfang an sehr gut, auch wenn ich die ersten Tage furchtbares Heimweh hatte. Direkt am Tag nach meiner Ankunft begann die Highschool für mich, ich hatte also keine Zeit mich einzugewöhnen oder mich von meinen Jetlag zu erholen. Die Schule gefiel mir sehr gut. Ich war sehr froh meine Gastschwester Gabby zu haben, da ich sofort in ihren Freundeskreis aufgenommen wurde. Wenn man ganz auf sich allein gestellt ist, kann der Anfang für einen Austauschschüler sehr hart sein. Die eher kleinere Rustburg Highschool (800 Schüler) nimmt jedes Jahr 15 Austauschschüler aus aller Welt auf, d.h., wenn man sich mit ,,Hi, I’m Alex and I’m from Germany‘‘ vorstellt, ist es den Mitschülern herzlich egal, da letztes Jahr auch schon vier Deutsche da waren. Das Leistungsniveau ist mit dem deutscher Schulen nicht zu vergleichen. Den Schülern wird sehr wenig abverlangt, man muss sich nicht einmal aktiv am Unterricht beteiligen, da es keine mündlichen Noten gibt. Die Allgemeinbildung meiner Mitschüler war miserabel, beispielsweise fragte mich eine Mitschülerin, ob Obama auch Präsident von Deutschland sei.

Nach einigen massiven Problemen mit meiner Gastfamilie durfte ich die Familie wechseln. Von nun an lebte ich bei Ray und Georgie, beide 65 Jahre alt und in Rente. Sie waren sehr nett zu mir, hatten ein sehr ordentliches Haus, interessierten sich für mich und Deutschland. Und Georgie kochte für amerikanische Verhältnisse sehr gut und gesund. Sie waren Baptisten und sehr, sehr religiös. Sie lasen jeden Tag in der Bibel, hörten nur christliches Radio und sahen sich Gottesdienste im Fernsehen an. Wie sich diese christliche Einstellung allerdings mit den 24 Waffen (!!!) im Keller vereinbaren lässt, ist mir rätselhaft.

Ich verließ Amerika mit einem weinenden und einem lachenden Auge, 20kg Übergepäck und 5 kg „Fast Food Speck“ auf den Rippen. Die Highschool verließ ich nur ungern, mit meinen Gastfamilien hätte ich mir etwas mehr Glück gewünscht.

Anhand meiner Geschichte kann man sehen, dass nicht immer alles nach Wunsch läuft. Dennoch lege ich jedem ans Herzen, sich das Abenteuer Austauschjahr zuzutrauen. Ich bin in dieser Zeit erwachsener und selbstbewusster geworden und ich habe mein Englisch enorm verbessert.

Alexandra Rötzer

My Highschool Year in the USA

Choice, commitment, and consequences- looking back at the experiences I made during my high school year in the USA  07/08 I have come to the conclusion that all of them can be led back to those three steps. My name is Franziska Meier and I’m currently a student at the Gymnasium Erding 2. This text is supposed to inform all students who are planning on having an adventurous  experiences while studying abroad and all parents who haven’t decided yet on whether to let their little “baby” go or not.

Choice- From my experiences as a teenager I certainly do know that most of us actually do need our parent’s advice and their help with choosing. Planning to go to a different country requires one to collect a lot of information, for example all the different organizations that offer to guide you through such a high school year. I chose “Camps International” because I felt like the people there cared about my individual questions, problems, etc... In my opinion what’s even more important than choosing the right organization is that you try to find out who you are and that you find out more about your character, your personality, your interests, and you should care to find out whether you’re brave enough to survive in a foreign country.

Commitment- Once you have made the decision to leave home you have to stick with it and actually get on the plane which takes you to wherever you have chosen to go. In my case that was Crystal Lake, Illinois in the USA. I am not going to lie, the first three months were tough. I always thought I could speak English very well until I met Americans and they started to speak English in their accent. Oh boy! Another issue was that I didn’t have any friends and despite the fact that my host family was totally great they hadn’t known me at that point in time and I was pretty lonely for the first weeks. But then the school year at Prairie Ridge High School started and I found something to keep me busy. The teachers and fellow students were all really nice to me and showed me at all times that I was welcome. I’m glad that I made the decision right at the beginning of my high school year to participate in extracurricular activities. I was a member of the girl’s track team (=Leichtathletik) at my high school and had practice every day after school. School in the USA is different from school in Germany. In America it is the case that as you participate in extracurricular activities school becomes more and more a part of your life partly because you get home from school pretty late at night but also because you have almost all of your friends at school. The family you live with plays a big role in your development as an exchange student as well. Whatever your host family plans on doing or talks about at the dinner table- you’ll be part of it. I loved staying with a host family because when I was living with them they treated me as a member of their family and now almost two years after I came back to Germany we still are friends and it still feels like they’re my “American family”.

Consequences-When you get back from your High School Year life is different than before you left to study abroad. It takes some time until you get back into life as you used to know it. Two years after having made the best experiences of my life I realize that studying abroad no matter in what country is significantly important to become more open minded in a society that becomes more and more global.

Vertreter von über 100 Schulen aus Ober- und Niederbayern waren am Freitag, den 10....

Weiterlesen

Schuldig oder nicht schuldig? Zwölf Geschworene (Hier stellen sie sich vor...), Frauen und...

Weiterlesen