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Entspannter Schulalltag: Kanada

Knapp sechs Monate ist der Tag der Abreise jetzt her. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie die anderen „Internationals“ und ich damals nach gut 16-stündiger Reise am Flughafen in Vancouver angekommen sind: voller Erwartung auf das, was da kommen sollte.

In den ersten Tagen lernte ich meine Gastfamilie besser kennen, und ein paar Tage später war das erste Treffen mit den anderen Austauschschülern. Wir lernten die Schule und ihr Personal kennen und bekamen so einen Einblick in das, was uns in den kommenden 5 (oder auch 10) Monaten erwarten würde. Am Dienstag war es dann soweit: der erste Schultag stand an!

An dieser Stelle möchte ich das doch etwas andere Schulsystem von Kanada vorstellen. Insgesamt ist der Unterricht dort praxisbezogener und entspannter. Man wählt sich für 4 Blöcke jeweils ein Fach aus. Ja, richtig gelesen: Man hat in Kanada (oder zumindest im Schuldistrikt Sea to Sky) nur 4 Fächer pro Halbjahr! Ein Block dauert 75 Minuten. Ein normaler Schultag läuft folgendermaßen ab: Ab 8:45 der A-Block, dann 10 Minuten Pause und 20 Minuten „silent reading“ , dem die morning announcements folgen, anschließend B-Block, danach 45 Minuten Lunch. Ab 12:40h geht es dann mit C- und D-Block weiter, wobei man jeden zweiten Tag mit D-Block startet und dementsprechend die Blockabfolge umgedreht ist. Um 15:15 endet die Schule. Beim sogenannten „silent reading“ muss jeder Schüler/jede Schülerin 20 Minuten aus einem Buch lesen und in den nachfolgenden „morning announcements“ wird man, wie der Name schon sagt, über spezielle Ereignisse in den nächsten Tagen informiert. Meine Fächer waren Mathematik, Physik, Informatik und Food Studies. Insbesondere Informatik hat mir sehr viel Spaß gemacht, weil wir selbst Programme z.B. für kleine Spiele schreiben durften. Und in Food Studies habe ich eine Menge gelernt – nicht nur Kochen, sondern auch über Ernährung (z.B. vegane Ernährung) allgemein oder die Probleme moderner Agrikultur und vieles mehr. Übrigens haben wir in Kanada ebenfalls Spenden für die Flutopfer auf den Philippinen gesammelt. Dafür haben wir im Fach Food Studies gekocht und gebacken und anschließend alles an Mitschüler und Schulpersonal verkauft. Dabei haben wir circa 700 kanadische Dollar eingenommen. Soviel zur Schule.

Am Samstag, den 16. November, wurde dann, 2 Wochen früher als geplant, der Zugang zum Berg geöffnet. Ich selbst bin erst am Sonntag auf den Berg gefahren, um riesige Schlangen an den Liften zu vermeiden. Die Schneeverhältnisse waren nicht schlecht, jedoch hatte man – verständlicherweise – zunächst nur sehr wenige Lifte geöffnet. In den darauffolgenden Wochen bin ich natürlich, wenn immer möglich, zum Snowboarden, und wir alle fieberten den Weihnachtsferien zunehmend entgegen. Während dieser bin ich nicht viel zum Snowboarden gekommen, da meine Gastfamilie an Weihnachten ihre Verwandten besuchen wollte und ich danach ein paar Tage mit meinen echten Eltern in Vancouver verbracht habe. Weihnachten ist in Kanada im Allgemeinen eine viel größere Angelegenheit als in Deutschland. Wir haben bei mindestens 3 unterschiedlichen Familien gegessen und mit wieder anderen Verwandten Geschenke ausgepackt. Nach den Ferien gab es endlich Neuschnee. Die Kanadier sprechen dann vom Powder Day. Ab Mitte Januar kamen langsam, aber sicher die final exams näher, welche 25% der Note ausmachen. Bei diesen kann es sich durchaus auch um einen 3-stündigen, 15-seitigen Mathetest handeln. Das klingt aber schlimmer als es ist. Mit den final exams kam jedoch auch der Tag der Abreise näher. Einerseits freute ich mich wirklich auf Deutschland, meine Familie und meine Freunde, aber andererseits wollte ich natürlich auch nicht unbedingt heim, da ich mich inzwischen sehr gut eingelebt hatte.

Alles in allem kann ich sagen, dass ich eine wirklich gute Zeit in Kanada verbracht habe.

Ich kann jedem, der mit dem Gedanken spielt ein Auslandshalbjahr einzulegen, nur raten, dies zu tun.

Lars Felix

Vicky

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