Korbinian-Aigner-Gymnasium Erding

Sprachliches, naturwissenschaftlich-technologisches

und musisches Gymnasium

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Freunde fürs Leben

Im März 2015 bewarb ich mich für einen zweieinhalbmonatigen Austausch nach Australien beim Bayerischen Jugendring und fast ein Jahr später, am 12. Februar 2016 stand ich dann wirklich am Flughafen, voller Vorfreude auf meine Zeit in Australien. Nach einem 20-stündigen Flug kam ich endlich in Melbourne an, wo mich meine Gastfamilie schon erwartete und herzlich empfing. Während meiner Zeit in Australien lebte ich auf einer Farm, zusammen mit meiner Austauschpartnerin Ella, meinen zwei Gastbrüdern und meinen Gasteltern und um uns herum ungefähr 1000 Schafe und 200 Kühe auf zahlreiche Felder verteilt. Ich ging auf das East Loddon P12 College mit ungefähr 250 Schülern, von der ersten bis zur zwölften Klasse, und da ich die erste deutsche Austauschschülerin an der Schule war, wurde ich vor allem bei den Jüngeren eine ziemliche Attraktion und mit Fragen überhäuft. Die Schule startete jeden Morgen um 9:00 Uhr mit einer zehnminütigen Lesezeit und endete um 15:20 Uhr. Am Freitag hatten wir immer eine Assembly, auf der alle wichtigen Informationen besprochen wurden. Außerdem hatten wir sehr nützliche Fächer wie Health and Human Development, Humanities oder Advance, das einer Feuerwehrübung glich. Wir mussten Feuerwehranzüge anziehen, Wasser abpumpen, Schläuche verbinden und Hütchen anstelle von Feuer abspritzen.

Nach dem ersten Monat hatten alle deutschen Austauschschüler ein Camp am Pambula Beach, welches vom BJR organisiert war. Die ersten drei Tage zelteten wir in der Nähe vom Strand, hatten ein Ocean Safety programm und Surfstunden. Die anderen drei Tage verbrachten wir im Bush, wo wir standup paddleboarding in einer Lagune ausprobierten und eine Wanderung machten.

Zurück bei meiner Familie hatten wir für zwei Wochen Osterferien, während der wir nach Ocean Grove in ihr Strandhaus gefahren sind.  An den Wochenenden haben wir oft Freunde besucht, hatten barbecue mit Verwandten, schauten Netball oder Football an und waren in Melbourne, wo wir auf dem Eureka Tower waren und mit dem Melbourne Star, einem Riesenrad, gefahren sind. Außerdem waren wir noch beim Colorrun, beim Pioneer settlement, wo die ersten Siedler angekommen sind und natürlich beim Shoppen.

Die 10 Wochen vergingen viel zu schnell und ich kann es kaum erwarten bis Ella im November zu mir kommt. Ich kann diesen Austausch nur empfehlen, denn ich hatte 10 unvergessliche Wochen und viele Freunde und eine zweite Familie für mein Leben gefunden.

Daniela Röslmaier

Australien: Kängurus und rote Erde?

Australien - heiße Temperaturen, Wüste, rote Erde, weiße Strände und Kängurus überall. Ich denke, das sind die Gedanken, die den meisten Menschen zu Australien einfallen. Doch als ich um 8 Uhr in der Früh in Melbourne gelandet bin und auf dem Weg zu meinem neuen Zuhause aus dem Fenster des Autos geschaut habe, habe ich etwas Anderes gesehen: grüne Wiesen, viel Wald und Rinder überall, anstatt der für Australien so typischen Kängurus; und anstatt der erwarteten und vielleicht auch erhofften 35 Grad, hatte es angenehme 20 Grad. Meine Vorstellungen von Australien waren also nicht wirklich erfüllt. Dennoch war ich einfach begeistert: Ich war endlich, nach einem viel zu langen, ziemlich unbequemen Flug, in Australien!

Ich war voller Vorfreude auf all die neuen Erfahrungen, die ich machen würde, all die Dinge, die ich sehen, und all die Leute, die ich kennenlernen würde. Ich dachte (oder hoffte), dass diese 10 Wochen die beste Zeit meines Lebens sein würden. Und nun, da ich wieder in Deutschland bin und auf diese 10 Wochen zurückblicke, kann ich definitiv sagen, dass es eine unglaublich schöne Zeit war und dass ich Dinge erlebt und gesehen habe, an die ich mich noch in vielen Jahren erinnern werde.

 Eine der tollsten Erfahrungen, die ich gemacht habe, war das Surfen. Wir hatten über die Organisation, die den Schüleraustausch anbietet, die Möglichkeit, für eine Woche in ein Camp zu fahren. Dort haben wir dann die ersten drei Tage surfen gelernt und die letzten zwei im Busch gezeltet. Die gesamte Woche hat mir sehr viel Spaß gemacht, auch wenn das Wetter nicht wirklich mitgespielt hat. Ich bin zwar immer noch nicht sonderlich gut auf dem Surfbrett, aber es war einfach so ein tolles Gefühl, auf einer Welle zu reiten. Eine andere Erfahrung, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird, war der Bridge Climb auf der Sydney Harbour Bridge. Die Aussicht, die sich mir von da oben geboten hat, war einfach atemberaubend schön! Generell habe ich den Trip nach Sydney sehr genossen, da es einfach eine wunderschöne Stadt ist!

Natürlich habe ich in meinen 10 Wochen auch die für Australien so typischen Dinge gesehen, von denen ich am Anfang geschrieben habe. Ich habe sehr viele Kängurus gesehen, die erstaunlich zahm waren, und einige Koalas in einem Tierpark. Ich war an wunderschönen Stränden -  auch wenn ich nicht baden konnte, weil es dafür schon zu kalt war - und habe sogar Pinguine gesehen!  Aber es waren nicht nur die Ausflüge, die meinen Aufenthalt in Australien so beeindruckend gemacht haben. Es waren auch die alltäglichen Dinge, wie dort zur Schule zu gehen, australisches Essen zu probieren und einfach meine Gastfamilie und meine Austauschpartnerin näher kennenzulernen.

Die Schule in Australien ist völlig unterschiedlich zu der in Deutschland, z.B. war es interessant, Fächer zu belegen, die wir hier nicht haben, wie Health, Cooking oder Textiles (=Nähen, Stricken, etc.). Außerdem war es toll, australisches Essen zu probieren und die Essgewohnheiten dort kennenzulernen. Ich habe auch einige „australische Spezialitäten“ probiert, wie Vegemite (eine schwarze, sehr salzige Paste, die man hauchdünn aufs Brot schmiert; meiner Meinung nach sehr gewöhnungsbedürftig), Tim Tams (Schokoladenkekse), Hot Crossed Buns (eine Art Muffin, die es um die Osterzeit gibt; sehr lecker) und Kängurufleisch, das fast so wie Rind schmeckt. Auch die Erfahrung, von einem Tag auf den anderen mit einer Familie zusammenzuleben, die ich gar nicht kenne, war interessant. Ich hatte das Glück, eine sehr nette Austauschfamilie zu haben, bei denen ich gerne gelebt habe. Auch bin ich gut mit meiner Austauschpartnerin klargekommen, auch wenn es manchmal anstrengend war 24/7 mit demselben Menschen zu verbringen. In diesen 10 Wochen sind sie mir so ans Herz gewachsen, dass ich mich weinend von meiner Gastfamilie am Flughafen verabschiedet habe, und ich freue mich schon, wenn meine Austauschpartnerin zu mir kommt und ich ihr hoffentlich eine genauso schöne Zeit geben kann, wie sie und ihre Familie mir bereitet haben.

Amelie Kozica

Kochkünste und tote Kängurus am Straßenrand

Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor, aber all meine Erlebnisse sind bald ein Jahr her.

Als ich in der 9. Klasse beschlossen habe ein Schulhalbjahr im Ausland zu verbringen (USA war mir zu langweilig, ich musste mich also zwischen AUS und NZ entscheiden) und eigentlich auch schon kaum mehr von meinem Vorhaben abzubringen war, war es trotzdem noch zu weit weg, um sich alles bewusst zu machen: Ein halbes Jahr in einer Familie in Western Australia, die ich nicht kenne und die mich nicht kennen…. und das alles auf der anderen Seite der Welt, in einer anderen Sprache.

Da mir Englisch aber schon immer Spaß gemacht hat und ich es auch schon sicher sprach, war schon mal ein Problem kleiner geworden. Das andere aber, in einer Familie zu leben, die einem völlig fremd ist, war aber noch ziemlich groß. Ich glaube, der Moment, wo wir die erste Rate bezahlt haben, war der, in dem es so richtig auf mich einfiel: ich fliege wirklich.

Angefangen hat mein Australien-Abenteuer in Sydney: The Opera House, Harbour Bridge und natürlich waschechte Aussie‘s und TimTams (das sind die Kultkekse der Australier und literally die besten Schokokekse der Welt)!! Und vor genau so einem waschechten Australier saßen ca. 60 Jugendliche aus aller Welt (heute alles Freunde von mir), die im ersten Moment (und das obwohl wir alle echt gut Englisch konnten) erst mal baff und sprachlos dasaßen, als der Mann angefangen hat zu sprechen: wir haben NICHTS verstanden.

Heute verstehen mich manche nicht mehr, und man muss sich erst einmal an meine australische Art der Aussprache gewöhnen.

Nichtsdestotrotz hatte ich relativ schnell den Dreh raus und konnte mich bald mit gerade diesen Aussies unterhalten. Nach 3 Tagen in Sydney ging es dann für mich weiter nach Perth, WA, wo meine Gastfamilie schon auf mich wartete. Meine Gasteltern hatten ein super schönes Haus am Hang in einem Vorort von Perth, ca. 25 Minuten vom Strand entfernt mit einem großen Garten und zwei Hunden.

Unterricht ging täglich von 8.40 am bis 2.55 pm, mittwochs waren die Stunden kürzer und am Freitag war die 5. Stunde für die upper school frei, heißt: ich hatte schon um kurz nach 1 pm aus. Jeder Tag bestand aus 5 periods, die jeweils 55 Minuten dauerten, Doppelstunden gab es nur sehr vereinzelt und einmal in der Woche gab es eine kurze Stunde, die so etwas wie unsere Klassenleiterstunde war, nur, dass es dort keine Klassenverbände gab. Man wählte die Kurse, die einen interessierten und die man für sein späteres Leben gebrauchen konnte (es gab natürlich auch Pflichtkurse). Schüler und Lehrer arbeiten auch näher zusammen, als hier- es ist ein sehr freundschaftliches Verhältnis, wobei natürlich trotzdem gearbeitet wir. Da das australische Schulniveau schon deutlich unter unserem liegt, bin ich in Year 11 gekommen, was unserer 10. Klasse entspricht. Wenn ihr also nicht unglaublich viel nachlernen wollt (ich habe auch meine gesamte Kurswahl für die Q11 per Mail gemacht, und schon im Verlauf des 1. Halbjahres überlegt, welche Fächer ich weiternehme), tut euch selber den Gefallen und besucht lieber eine Klasse höher und eine Stufe schwieriger, denn die Kurse in AUS werden in verschiedenen Schwierigkeitsstufen angeboten. Um in Mathe beispielsweise gleichauf zu bleiben, muss man den schwierigsten Kurs besuchen, Englisch reicht am Anfang auch erst einmal der Mittlere- man kann ja immer noch wechseln ;-)

Weil die Leistungen, die ich am ESC erreicht habe, nicht nur sehr eingeschränkt am KAG gelten, habe ich die Chance genutzt und auch Fächer gewählt, die bei uns so nicht angeboten werden. Ich habe nicht nur Food Science- Kochen- und Dance gehabt, sondern auch PE, wo wir nicht nur Praxis, sondern auch Theorie hatten (besonders interessant für alle, die überlegen, Sport Additum zu wählen). Auch Arts war aufgeteilt in viel Theorie und tolle praktische Arbeiten- wir haben allein 2,5 Monate an einem Werk auf Leinwand gearbeitet!

In der Schule habe ich sehr viel positives Feedback, meistens auch zwischen 85 und 100% bekommen (das ist die Note 1 bei uns) - meine besten Arbeiten waren Essays in Music und Art mit je 100%!!

Auch in Sachen Freundschaft, denke ich, großes Glück gehabt zu haben: Gleich in der ersten Pause habe ich schon die Clique kennengelernt, mit der ich bis zum Schluss die breaks verbracht habe. Man muss aber auch dazu sagen, dass die Australier an meiner Schule sehr schnell ihre Freunde wechseln und von heute auf morgen nie wieder mit der besten Freund/in von gestern reden! Soll heißen: tiefe Freundschaften haben sich nicht entwickelt, denn, auch wenn man am Anfang die Neue ist, an der alle interessiert sind, fängt bald die Phase an, in der schon wieder rückwärts gezählt wird bis zum Abflug - wir hatten aber trotzdem viel Spaß zusammen J

Meine Gastfamilie hingegen hätte nicht besser sein können! Meine Eltern-auf-Zeit waren super nett und total lieb zu mir und meine neue „Familie“ war so viel größer, als meine echte hier in Deutschland- das war also auch etwas Neues und Spannendes für mich. Auf jeden Fall haben sich alle super nett um mich gekümmert, wir hatten einige typische australische BBQ’s (und ja, es gab auch Känguru) und waren auch öfter mal am Strand. Insgesamt war ich schon nach einer Woche in den Alltag integriert und habe all das gemacht, was ich Zuhause auch mache (wenn nicht sogar mehr wie etwa Kochen- konnte ich vorher nicht soo … oder Kloputzen - meine Mama hat‘s gefreut!).

In meinen Ferien haben die beiden viele Ausflüge mit mir unternommen: in Wildlife Parks, nach Perth, sogar hoch in den Norden sind wir gefahren! Das Beste aber war die Woche, die wir im Süden von WA verbracht haben. AUS ist ein riesengroßes Land, und das wurde mir so richtig erst klar, als wir stundenlang im Auto saßen und durch verbranntes Land mit toten Kängurus am Straßenrand fuhren. Eine Beschäftigung für Kinder auf langen Autofahrten ist übrigens tote Kängurus am Straßenrand zählen.

Schlussendlich kam dann doch der Tag meines Heimflugs, dem ich natürlich einerseits total entgegengefieberte,  aber trotzdem traurig war,  mein Zuhause-auf-Zeit und meine neue, zweite Familie verlassen zu müssen. Der Abschied von meiner Gastfamilie fiel mir wirklich schwer, dazu kam dann auch noch meine Reise um die halbe Welt, die ich bei diesem Mal komplett alleine gemacht habe (auf dem Hinflug waren Freunde von mir dabei, die ich auf dem Vorbereitungs-WE in Berlin kennengelernt hatte). So hatte ich also viel Zeit zum Nachdenken und Schlafen.

Alles in allem konnte ich wirklich viel mitnehmen von meinem Study-Year-Abroad (5 Packungen TimTams und natürlich ein zweites Zuhause! Und einen kleinen australischen Akzent…). Ich kann es schon gar nicht mehr erwarten, mein Abi in der Tasche zu haben und wieder losziehen zu können!

Ich kann es jedem, der auch nur ein bisschen abenteuerlustig ist, empfehlen- denn der Rest findet sich.

Nina Braune

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